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Konzert

28.11.2009, 20.00 Uhr, Kirche St. Pius in Wiedenbrück

29.11.2009, 19.30 Uhr, Kirche St. Maria Immaculata in Verl-Kaunitz

Programm:

Messe Solennelle "Cäcilienmesse"
Charles Gounod

Te Deum
Antonin Dvořák

Symphonie Nr. 5 c-Moll
Ludwig van Beethoven

Ein wahrhaft sensationelles Programm wird beim diesjährigen Konzert geboten:
das "Te Deum" Antonin Dvořáks und die "Cäcilienmesse" Charles Gounods, zwei der grandiosesten und beeindruckendsten geistlichen Chor-Orchesterkompositionen des gesamten 19. Jahrhunderts, sowie
die "Symphonie Nr. 5 c-Moll" von Ludwig van Beethoven, eines der bekanntesten und berühmtesten Werke dieser Gattung überhaupt.

Atemberaubende Wirkungen verspricht schon allein die ungewöhnlich facettenreiche Instrumentierung der "Cäcilienmesse" Gounods: z. B. prägen neben den im Orchesterapparat der Romantik üblichen acht Holzbläsern, zwei Trompeten, vier Waldhörnern und drei Posaunen im vom Chor dominierten umfangreichen "Credo" im Gewande eines imposant auftrumpfenden Marsches noch zwei Cornets à Pistons (trompetenähnliche Instrumente), zwei zusätzliche Fagotte und die Orgel die Klangchrakteristik, und am Ende dieses Satzes werden beim Bekenntnis des christlichen Glaubens an das ewige Leben gleich mehrere große Konzertharfen eingesetzt werden, um auf das Sphärische des jenseitigen Paradieses zu verweisen.

Effektvoll und faszinierend gestaltet Gounod aber auch die vokalen Partien: So ist etwa der Beginn des "Gloria" zutiefst berührend, denn die Solo-Sopranistin wird dort von einem zarten Klangteppich des summenden Chores begleitet - und im weiteren Verlaufe erklingt eine herrliche Arie des Solo-Basses über weichen Pizzicati der Streicher.

Auch sonst bestimmen die Kontraste von gewaltigen Klangentfaltungen und innigen lyrischen Abschnitten - bis hin zu vom Gregorianischen Choral beeinflussten Stellen - diese Komposition, deren suggestive Macht aber vor allem auf ihrem bezaubernden Melodienreichtum beruht (wie etwa in ihrem populärsten Satz, dem vom Solo-Tenor dominierten "Sanctus" mit seiner ergreifenden klimaktischen Anlage).

Noch kraftvoller und mitreißender ist der Gestus von Dvořáks "Te Deum", das in weiten Teilen vom Ausdruck des Jubels über die Heilsgewissheit und des Lobpreises Gottes beherrscht wird und 1892 zur Feier des Jubiläums "Entdeckung Amerikas vor 400 Jahren" komponiert und in New York uraufgeführt worden ist.

Fulminant majestätische Wirkungen werden nicht nur durch den exponierten Einsatz strahlender Blechbläserfanfaren, sondern auch durch die Verwendung verschiedender Schlaginstrumente erzielt. Aber auch hier werden betörend schöne Sopran- und Bass-Solo-Partien integriert, deren Zauber sich kein Hörer entziehen können wird.

Dvořáks Genialität als Erfinder unmittelbar zu Herzen gehender Melodien voller Expressivität zeigt sich hier sowohl im träumerisch-kontemplativen und kantablen Gesang der Solo-Sopranistin als auch bei der machtvollen Wirkung der glanzvollen Bass-Soli. Unnachahmlich ist auch der feurige Schwung bei der Gestlatung der jubilierenden Schlusssteigerung in höchster Intensität.

Dem Geiste der Adventszeit keinesfalls widersprechend, wird das Konzert mit der berühmten "Symphonie Nr. 5 c-Moll" von Ludwig van Beethofen eröffnet werden, mit deren einzigartiger Dramatik der Komponist die gesamte Symphonik des 19. Jahrhunderts entscheidend beeinflusst und das Publikum seit nunmehr 200 Jahren stets begeistert hat.

Gerade wegen der ihr zu Grunde liegenden teleologischen Anlage, der Entstehung des Ganzen aus einem kleinen zu Beginn vorgestellten motivischen Kerngedanken heraus und des "Per-aspera-ad-astra"-Prinzips mit den ersten drei Sätzen mit suchendem und ringendem Gestus und dem Durchbruch im vierten Satz zu strahlendstem Lichte und in der Symphonik zuvor noch niemals dagewesenem Glanze und neuartiger jubilierender Prachtentfaltung - immer wieder unterbrochen durch Phasen des Sich-Besinnens - vermag es dieses geniale Werk geradezu zum "Te Deum", zur "Cäcilienmesse" und zur Stimmung der adventlichen Zeit mit ihrer Vorfreude auf das Weihnachtsfest hinzuführen.

(Knut Peters, 2009)

 

Ausführende:

  Kerstin Maria Wüller, Osnabrück  Sopran
  Johannes Gaubitz, Hamburg Tenor  
  Andreas Wolf, Detmold Bass  
       
  Gymnasialchor "Verler Vier Jahreszeiten"  
  Frauenchor der Hoffnung    
  Gesangverein Hoffnung    
     
  Symphonieorchester "Verler Vier Jahreszeiten"  
       
  Knut Peters Gesamtleitung  
     

 

"Die Glocke" berichtet:

 

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