Drucken

Konzerte

30.11.2013, 20.00 Uhr, St. Pius-Kirche in Wiedenbrück

01.12.2013, 19.30 Uhr, Kirche St. Maria Immaculata in Verl-Kaunitz

Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy

"Paulus"

Johannes Brahms

"Violinkonzert"

  Ausführende:    
  Sabine Ritterbusch, Hannover Sopran  
  Asami Horie-Weber Mezzo-Sopran  
  Volker Hanisch, Detmold Tenor  
  Bartolomeo Stasch, Detmold Bass  
       
  Wojciech Wieczorek Violine  
       
  Gymnasialchor "Verler Vier Jahreszeiten"    
  Frauenchor der Hoffnung    
  Gesangverein Hoffnung    
       
   Symphonieorchester "Verler Vier Jahreszeiten"    
       
  Knut Peters Gesamtleitung  

 

Weltberühmte Werke der deutschen Romantik

Gleich zwei bedeutende Meisterwerke der Romantik stehen auf dem Programm der diesjährigen Konzerte am 1. Advent, dem 30. November 2013 um 20.00 Uhr in der Piuskirche in Rheda-Wiedenbrück und dem 1. Dezember 2013 um 19.30 Uhr in der Marienkirche in Verl-Kaunitz: der erste Teil des Oratoriums „Paulus“ für Solisten, Chor, Orchester und Orgel von Felix Mendelssohn Bartholdy und das Violinkonzert D-Dur von Johannes Brahms.
Mendelssohn gestaltete seine musikalische Schilderung des Lebens des Apostels Paulus, eines der wesentlichen Ur-Väter der christlichen Kirche, nach Worten der heiligen Schrift: die Vorgeschichte mit der Verfolgung und Steinigung des Stephanus, das Wüten und die Bekehrung des Saulus, die Kundgabe seiner Reue und seine Wandlung zum Paulus.

In diesem ersten Teil des Oratoriums überwiegen eine zum Teil extreme Dramatik, glanzvolle Steigerungen und zutiefst berührende Momente. Die Anrufung Gottes um Hilfe, die Darstellung verfehlter Lebenshaltungen und des Fanatismus der Heiden, das Leiden der verfolgten früh-christlichen Gläubigen, Mitleid, Umkehr und Buße sowie der Lobpreis des Herrn: Eine Fülle unterschiedlicher, aber stets intensiver Emotionen werden in hoch romantischer Tonsprache expressiv und eindringlich musikalisch vermittelt. Mit grandiosen Chören (voller Strahlkraft, wie z. B. bei der Aufforderung "Mache Dich auf, werde Licht!"), verinnerlichten Choräle (etwa "Dir, Herr, Dir will ich mich ergeben"), bewegenden Arien, packenden Rezitativen und groß besetzten symphonischen Orchesterpassagen formt Mendelssohn dieses weltberühmte Oratorium, das aufgrund der mehrfach wiederkehrenden Bearbeitung des Chorals "Wachet auf, ruft uns die Stimme" in idealer Weise auf die beginnende Adventszeit einstimmt.

Ein über 80köpfiger Chor (bestehend aus den Gymnasialchören „Verler Vier Jahreszeiten“ und Schloß Holte-Stukenbrock sowie dem GV "Hoffnung" Wiedenbrück) wird dieses ausdrucksstarke Werk unter der Leitung von Knut Peters interpretieren. Für die melodiösen, anspruchsvollen und sehr ausdrucksstarken Arien und Rezitative konnten erfreulicherweise hochkarätige Solisten gewonnen: die Sopranistin Sabine Ritterbusch, lange Zeit gefeiert an der Hamburger Staatsoper, nun Professorin an der "Hochschule für Musik, Theater und Medien" in Hannover, die bereits in den letzten Jahr in Kaunitz mit ihrer wunderschönen facettenreichen Stimme beeindruckte, die Mezzo-Sopranistin Asami Horie-Weber, die mit dem herrlichen Timbre ihrer Stimme und der Expressivität ihrer Gestaltungen zu faszinieren weiß, der begabte junge Tenor Volker Hanisch, ebenso Student an der "Hochschule für Musik Detmold" bei Prof. Lars Woldt wie der junge Bass Bartolomeo Stasch.

Eröffnet wird der Abend mit dem "Violinkonzert D-Dur" von Johannes Brahms, dem zusammen mit den Werken Beethovens und Mendelssohns unbestritten bedeutendsten Violinkonzert der letzten beiden Jahrhunderte. Geprägt von sowohl schwärmerischen und leidenschaftlichen als auch lyrisch-melodiösen Klangwelten vermag es diese Komposition, genau das einzulösen, was die Ästhetik der Romantiker verspricht, denn sie lässt jeden hingebungsvollen Hörer Gefühle, Ahnungen und Stimmungen empfinden, die nur mit Musik, keinesfalls aber auch nur annähernd mit der Sprache der Worte ausgedrückt werden können. Höchst dramatische Entwicklungen und eine wahrhaft symphonische Verschmelzung von äußerst virtuosen Solo- und volltönenden Orchesterpartien bestimmen die kontrastreichen Themen des ersten Satzes. Pastoral-naturhaften Gestus und unvergleichliche Anmut atmet der zweite Satz in F-Dur mit seinem weit ausschwingenden kantablen Hauptthema, dessen Zauber sich kein Hörer zu entziehen vermag. Mitreißender Schwung, zündende Rhythmen, ungarisches Melos und wirbelnde Virtuosität sind die Charakteristika des abschließenden Rondos voller dahinstürmender Fröhlichkeit. Für den Solo-Part dieses Werkes, das extrem hohe technische Ansprüche an den Solisten stellt, konnte glücklicherweise wieder der charismatische junge Geiger Wojciech Wieczorek gewonnen worden, der das Publikum in Kaunitz in den letzten Jahren bereits mehrfach mit der Brillanz und der nuancenreichen Ausdruckskraft seines Spiels verzückte.

Wer den Enthusiasmus und die jugendliche Leidenschaftlichkeit des Spiels der Studenten und Berufsmusiker des Symphonieorchesters "Verler Vier Jahreszeiten" unter der Leitung von Knut Peters schon einmal erlebt hat, der weiß, dass man wiederum auf ein expressives und begeisterndes Erlebnis gespannt sein darf. Dieses kulturelle Ereignis sollte man keinesfalls versäumen.

( Knut Peters, 2013)

"Die Glocke" berichtet:

 

copyright GV Hoffnung Wiedenbrück